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MUSIK - AUS ALTER ZEIT

 
1. Kirchenmusik
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1.1 wie es dazu kam
1.2: in St.Simpert
1.2.1:      Franz Schubert, Deutsche Messe
1.2.2:      Orgelweihe 
1.3: in St.Michael, Fischach
1.3.1:     W.Byrd, F.Mendelssohn, G.P.da Palestrina

 

 

1. Kirchenmusik

1.1: Wie es dazu kam
1.2: in St.Simpert
1.2.1:    Franz Schubert, Deutsche Messe
1.2.2:    Orgelweihe
1.3: in St.Michael, Fischach
1.3.1:    W.Byrd, F.Mendelssohn, G.P.da Palestrina

1.1: Wie es dazu kam

Schon als Kind hat mich fasziniert, wie Musiker an Klavier und Orgel Lieder mehrstimmig begleiten können. Im Alter von etwa 12 Jahren erklärte der wunderbare P.Hermann Naumann im Musikunterricht die Kadenz; ich begriff das System sofort und begann am Klavier sämtliche Lieder des "Laudate" (und auch die ersten Beatles-Titel) zu harmonisieren.

Und als ich etwa 13 Jahre alt war, verbrachte ich die Gottesdienste am liebsten auf der Empore und beobachtete den Organisten (den fabelhaften Rudi Tradt). Eines Tages fragte er, ob ich's mal probieren wollte. Ich hatte gerade ein Praeludium von J.S.Bach auswendig gelernt und traute mich. Es war ergreifend, mit meinem Spiel diese Klangfülle erzeugen zu können. Einige Gottesdienste später meinte er, er habe jetzt etwas zu erledigen; wenn er nicht rechtzeitig zurückkomme, solle ich doch nächste Lied begleiten. Erst viel später erfuhr ich, dass er sich hinter einer Säule versteckte und zuhörte.

Ab diesem Zeitpunkt war ich sein Aushilfsorganist und allmählich für einige seiner Kollegen, etwa auch für den in St.Simpert in Augsburg. Und so kam es, dass ich von 1.April 1973 bis 1.Mai 1983 in St.Simpert als Kirchenmusiker wirken durfte, eine wunderschöne und fruchtbare Zeit.

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1.2: in St.Simpert

1.2.1: Franz Schubert, Deutsche Messe
1.2.2: Orgelweihe
 

1.2.1: Franz Schubert, Deutsche Messe

Aus der Zeit in St.Simpert gibt es noch einige Tonbandaufnahmen. Die erste, die ich hier vorstelle ist ein Projekt des Musikwissenschaftlichen Instituts der LMU München unter der Leitung von Dr.Rudolf Nowotny: Die "Deutsche Messe" von Franz Schubert in der Originalfassung, aufgenommen am 05.02.1978.

Es gibt hier die Möglichkeit, das gesamte Projekt als *.zip-Datei (10 *.wav-Files, Playliste für VLC und für WindowsMediaPlayer, sowie das Info-Blatt) auf den Computer zu laden.

Auf dem Informationsblatt sind die Besonderheiten und Hintergründe des Projekts näher erläutert. In der folgenden Tabelle sind die einzelnen Titel zum Anhören aufgelistet:

Ein Klick auf die Pfeile in der rechten Spalte spielt die Aufnahmen online ab; damit entfällt der lästige Download.

(01) Zum Eingang "Wohin soll ich mich wenden" 1'19" [►]
(02) Zum Gloria "Ehre Ehre sei Gott in der Höhe" 0'58" [►]
(03) Zum Credo "Noch lag die Schöpfung formlos da"     1'43" [►]
(04) Zum Offertorium "Du gabst o Herr mir Sein und Leben" 1'08" [►]
(05) Zum Sanctus "Heilig heilig heilig" 2'01" [►]
(06) Nach der Wandlung "Betrachtend deine Huld und Güte" 1'07" [►]
(07) Zum Agnus Dei "Mein Heiland Herr und Meister" 2'43" [►]
(08) Das Gebet des Herr "Anbetend deine Macht Größe" 1'22" [►]
(09) "Tantum ergo" 2'20" [►]
(10) Schlussgesang "Herr du hast mein Fleh'n vernommen" 1'13" [►]

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SimpertOrgel

1.2.2: Orgelweihe

Am 1.Juli 1978 weihte Bischof Stimpfle die neue Orgel von St.Simpert, op.48 meines Freundes Rudolf Kubak (+2008), für mich auch heute noch das schönste Instrument, das ich kenne - und das sind viele. Es steht ebenerdig; der Organist blickt zum Altar; Orgel und Musikant reihen sich somit in die um den Altar versammelte Gemeinde ein, so wie es dem liturgischen Gedanken des 2.Vatikanischen Konzils entspricht.

Der Orgelbauer wollte ursprünglich für die Weihe einen anderen Organisten, mit dem ich  jedoch kirchenmusikalisch und liturgisch nicht übereinstimmte. Um diesem Dilemma zu entgehen, gelang es mir, mit Prof.Franz Lehrndorfer (+2013) die absolute Koryphäe zu gewinnen, welcher auch Rudi Kubak nichts mehr entgegensetzen konnte. Für mich wurde diese Feier damit zu einem Höhepunkt meiner gesamten musikalischen Laufbahn.   

Außer Franz Lehrndorfer sangen und musizierten:

- der Kirchenchor St.Simpert unter meiner Leitung (ich spielte auch Gambe), Bläser aus Zusamaltheim (Ltg. DieterMörtl)

- die Solist*innen Margret Kremer (S) Elke Augst (A) Hartmut Quotschalla (T) Günter Straßer (B) Wolfgang Rödl und Bernhard Koppold (Violine)

Die Graphik stammt aus der Feder unseres kunstsinnigen Pfarrers Georg Birkle. Die folgenden Soundtracks sind der Live-Mitschnitt durch ein altehrwürdiges Tonbandgerät. Da gibt es vielleicht ein paar Nebengeräusche, wenn jemand an's Mikrophon stößt oder die zweite Spur "durchschlägt".

Die Gemeindegesänge sind hier wegen der einzigartigen Begleitung durch Franz Lehrndorfer wiedergegeben. Das Programm sollte einen schönen Wechsel zwischen Orgelsolo, Chorgesängen und Ensembleklängen ergeben.


(01)
Felix Mendelssohn-Bartholdy, Richte mich Gott (Ps 43)
8-st.Motette für gemischten Chor
4'40" [►]
(02) Te Deum - Großer Gott wir loben dich (GL 380)
Gemeindegesang - Orgel
1'20" [►]
(03) Heinrich Schütz, Nun lob mein Seel (Ps 103)
f. 4-st.gem.Chor, Bläsersatz von Adalbert Schütz
1'26" [►]
(04) Heilig Heilig (Choralbuch Steinau 1726, GL 196)
Gemeindegesang - Orgel
0'48" [►]
(05) Lamm Gottes (Erhard Quack, im 'alten' GL 492)
Schola - Gemeindegesang - Orgel
1'01" [►]
(06) Andreas Hammerschmidt, Es danken dir Gott (Ps 67)
f.Bariton, Violinen und B.c. (Gambe+Orgel)
4'35" [►]
(07) Jakobus Gallus, Cantate Domino (Ps 96)
3-chörige Motette (Sänger, Bläser, Orgel)
4'25" [►]
(08) J.S.Bach, Christum wir sollen loben schon
Choralvorspiel (Orgel) und Choral
3'23" [►]
(09) J.S.Bach / G.Gastoldi, In dir ist Freude
Choralvorspiel (Orgel) und Choral
3'33" [►]
(10) J.S.Bach, Jesu meine Freude
Choralvorspiel (Orgel) und Choral
4'09" [►]
(11) Felix Mendelssohn-Bartholdy,
"Vater-Unser"-Sonate für Orgel
14'52" [►]
(12) Johann Caspar Ferdinand Fischer, Magnificat
f.Soli, Chor, Streicher, Bläser und B.c. (Orgel)
7'58"[►]
(13) "Simpert-Lied" (T: Georg Birkle, M: Stephan Kremer)
Gemeindegasang - Orgel
2'45" [►]
(14) F.Lehrndorfer improvisiert an der Orgel
über das "Simpert-Lied
4'44" [►]

Die Noten zum Simpert-Lied
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1.3: in St.Michael, Fischach

1.3.1:W.Byrd, F.Mendelssohn, G.P.da Palestrina

Von 1985 bis 2005 dirigierte ich den Kirchenchor St. Michael Fischach, eine sowohl musikalisch als auch menschlich überaus engagierte Gemeinschaft, die sich begeistert mit mir auf den Weg in außergewöhnliche Höhepunkte der Kirchenmusik wagte.

1.3.1: W.Byrd, F.Mendelssohn, G.P.da Palestrina

Am Sonntag vor meinem 50.Geburtstag (01.09.2002) durfte ich mit diesem liebenswerten Ensemble in der "Kobelkirche" einen Festgottesdienst mit anschließender eucharistischer Anbetung gestalten. (Zelebrant war Georg Birkle, mein geistlich väterlicher Freund aus den Zeiten in St.Simpert.) 'Mein' Kirchenchor erfüllte mir dabei mit William Byrd, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Giovanni Pierluigi da Palestrina lebenslange Herzenswünsche.

Die MASS IN FIVE PARTS von William Byrd (1543-1623) kannte ich von einer Schallplatte mit den Elisabethan Singers, die ich mir auf meiner ersten Reise nach England im Sommer 1970 gekauft hatte. Eine liebe Freundin hat mir dann einige Zeit später die Noten dazu besorgt, die aber dann 30 Jahre lang in meinem Schrank lagen. Erst mit diesem Chor konnte ich das wunderschöne Werk studieren.

Dass wir den Psalm 91 in der achtstimmigen (!) Vertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) mit so wenigen Sänger*innen geschafft haben, erfüllt uns (zu Recht) immer noch mit Stolz. In meinen Augen - resp. Ohren - ist diese Motette ein Stück Musik, für das es sich lohnt, gelebt zu haben. Dabei ein kleiner Tipp am Rande: Die jeweils 1.Stimme jeder Lage ist solistisch besetzt. Gerade in der extremen Höhe bei Tenor oder Sopran würde die unvermeidlich entstehende Reibung von zwei Stimmen den Gesamtklang erheblich stören. Entweder eine*n Sänger*in oder mindestens drei pro Stimme, aber niemals zwei!!!

Caspar Ett (1788-1847) dürfte etwas weniger bekannt sein. Sein Werk ist nicht besonders umfangreich. Es handelt sich mehr um einfache, aber durchaus reizvolle "Gebrauchsmusik" für die Liturgie.

Und über 'den' Meister Giovianni Pierluigi da Palestrina (1525-1594) brauche ich wohl nicht allzuviele Worte verlieren. Allerdings ist das hier vorgestellte "Magnificat primi toni a quatro voce" ein ziemlich wenig bekanntes Werk, das ich wohl in den 70er Jahren aus der Gesamtausgabe kopiert habe. Jedenfalls finde ich keine "neue" Edition im Handel.

Hier also die Aufnahmen aus dem Festgottesdienst an meinem 50.Geburtstag. (Hernach gingen wir natürlich schön gemeinsam speisen.)

(01) W.Byrd, Mass in 5 Parts - KYRIE 1'18" [►]
(02) W.Byrd, Mass in 5 Parts - GLORIA 4'50" [►]
(03) F.Mendelssohn-B. - PSALM 91 (Denn er hat seinen Engeln …) 3'42" [►]
(04) W.Byrd, Mass in 5 Parts - SANCTUS 2'22" [►]
(05) W.Byrd, Mass in 5 Parts - AGNUS DEI 2'43" [►]
(06) C.Ett - PANGE LINGUA 0'45" [►]
(07) G.P.da Palestrina - MAGNIFICAT I. TONI 7'03" [►]

(Es handelt sich um *.mp3-Dateien auf meiner heimischen Netzwerkplatte; sie brauchen ein wenig Geduld beim Download; anschließend sind sie etwa mit VLC oder einem anderen Medienplayer abzuspielen. Aber auch hier gibt es inzwischen - mit einem Klick auf den Pfeil rechts neben dem Titel - die Möglichkeit, die Tracks online zu hören.)

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